Pädagogische Praxis Steinfurt

Lernstörungen

Lernstörungen sind in ihrem Erscheinungsbild sehr vielfältig. Sie können vorübergehend oder überdauernd sein, es können sich Lernrückstände in Einzelfächern zeigen bzw. diagnostizierte Lernstörungen sein wie Lese-Rechtschreib-Schwäche, isolierte Rechtschreibstörung / Lesestörung und Rechenschwäche. Neben den jeweiligen Lernstörungen spielen auch die speziellen Eigenschaften, Stärken und Schwächen des Kindes eine große Rolle. Aus dieser Individualität heraus wird für das jeweilige Kind ein passendes Interventionskonzept erstellt. 

Die Planung einer Interventionsmaßnahme erfolgt in 5 Schritten:

- ausführliche Diagnostik,

- Festlegung der Interventionsziele,

- Erfassung der Ressourcen,

- Beschreibung des sozialen Umfeldes,

- Auswahl geeigneter Interventionsmethoden.


Bei der Durchführung einer lerntherapeutischen Intervention sind die Lerntherapeut-Klient-Beziehung und ein strukturierter Lerntherapieablauf von großer Bedeutung.

Eine gute therapeutische Beziehung ermöglicht dem Kind, angstfrei, vertrauensvoll und offen an seine Problembewältigung heranzugehen. Der strukturierte Lerntherapieablauf gewährleistet einen geordneten Rahmen mit festem Termin und gleichbleibendem Setting, die nötige Transparenz, die Überprüfung der Ziele, eine regelmäßige Rückmeldung an Kind und Eltern und die Wahrnehmung von Fortschritten.

Im Bereich der allgemeinen Lernförderung werden Verfahren eingesetzt, die unabhängig vom Störungsbild dazu beitragen, dass das Kind Strategien und Verhaltensweisen erwirbt, die es befähigen, sein Lernen adäquat zu gestalten. 

Die Förderung bezieht sich auch auf Störungen der visuellen und auditiven Wahrnehmung und geschieht u.a. im Rahmen einer Lese- und Rechtschreibförderung. Übergeordnete kognitive Fähigkeiten wie z.B. Gedächtnisleistungen oder Aufmerksamkeit spielen beim Lernen eine große Rolle. Die Förderung von Aufmerksamkeit und Konzentration ist insbesondere dann notwendig, wenn allgemeine und überdauernde Lernstörungen vorliegen und/oder eine Aufmerksamkeitsstörung diagnostiziert wurde. Auch bei einer LRS und / oder Dyskalkulie kann als ergänzende Maßnahme ein Aufmerksamkeitstraining indiziert sein. 


Hauptziel aller Interventionen ist es, das Kind/den Jugendlichen in seinem Zutrauen zu stärken, sich Schwierigkeiten und Problemen zu stellen und diese zu überwinden.